Zwei Wochen in den USA

Sonne, Strand, Geschichte, Fastfood und ganz viele neue Eindrücke!

Zum dritten Mal besuchte eine Schülergruppe, begleitet von Frau Oertel, unsere Partnerschule Heathwood Hall Episcopal School in Columbia, South Carolina. Der Aufenthalt im Oktober 2019 sollte 18 Tage dauern und uns einen tollen Einblick in die amerikanische Kultur und das Schulleben bringen.

Nach einer etwas turbulenten Anreise kamen wir zwar verspätet und müde, aber wohl behalten an und wurden von den Gastfamilien sehr herzlich begrüßt.

Der Campus dieser Privatschule bietet sehr viel für die Schülerinnen und Schüler. Vom Kindergarten bis zur Upper School gehen hier Kinder zur Schule und bekommen außerdem ein großes außerschulisches Programm geboten. Ein paar Einblicke in diese Aktivitäten durften wir auch bekommen.

Schulalltag an der Heathwood Hall Episcopal School

Bei einem Austausch mit einer amerikanischen High School darf der Besuch des typischen Schultages natürlich nicht ausbleiben. So bekamen wir als Gruppe die Möglichkeit uns zugewiesene school-hosts, Schüler, die uns während der Schulzeit betreuen sollten, in den Unterricht zu begleiten. Der Schultag beginnt morgens um 8:20 Uhr und die erste dauert immer anderthalb Stunden. Darauf folgt für gewöhnlich eine halbstündige Pause. Mittwochs endet die erste Stunde schon um halb 10. Dann begeben sich die Schüler in eine kleine Kapelle auf dem Schulgelände und halten dort einen wöchentlichen Gottesdienst ab. Die Stunden nach der ersten Stunde sind dann immer 45 Minuten lang und um 12.45 gibt es dann lunch in der großen Mensa der Schule. Hier hat man täglich neue Gerichte, sowie die Möglichkeit, sich Sandwiches und Salate zu machen. Der Nachmittagsunterricht geht dann bis 15:05 Uhr, doch ein Großteil der Schüler bleibt noch länger auf dem Campus, um sich an außerschulischen Aktivitäten (“extracurricular activities”) zu beteiligen. Es gibt zahllose Sportteams, wie Volleyball, American Football, Lacrosse und mehr. Auch für künstlerisch- musisch Interessierte gibt es die Möglichkeit, sich nachmittags zu beschäftigen. So zum Beispiel in der Acapella-Gruppe oder dem Drama-Club. Ein normaler Schulalltag an der Heathwood Hall Episcopal School endet zwischen 16:00 und 17:30 Uhr.  

Der Campus

Die privat geförderte HHES verfügt über einen großen, gut ausgestatteten Campus. Hier finden sich verschiedene, unterschiedlich große Gebäude, die aufgrund von Flutungsgefahren teilweise auf Stelzen gebaut wurden. Der Bau dieser Gebäude wurde hauptsächlich durch Spenden finanziert. Es gibt gut ausgestattete Kunsteinrichtungen, mehrere Sportanlagen, wie ein Footballfeld, Tennisplätze, zwei große

Sporthallen und sogar ein schuleigenes Fitness-Studio. Die Schüler können sich in gemütlichen Lobbies in den Student Centers der High School treffen, oder in der Bibliothek Bücher lesen und ausleihen. Die Schule verfügt ebenfalls über eine große Aula, in der jeden Montag-Morgen ein sogenanntes Morgen-Meeting abgehalten wird, in dem die Schüler über Neuigkeiten in der Schule informiert werden oder selbst informieren. Außerdem gibt es noch die Kreativ- und Informatikwerkstätte, in denen die Schüler ihr handwerkliches und technisches Können unter Beweis stellen können. In der HHES gilt genau wie bei uns am BGH ein Lehrerraumprinzip, bei welchem jeder Lehrer einen eigenen, persönlich gestalteten Unterrichtsraum besitzt. Das Privileg der Freistunden ist in Heathwood, anders als bei uns jedoch nur den 12. Klässlern, den sogenannten Seniors, vorbehalten.  

Heathwood hat Schüler vom Kindergartenalter, über Grundschule, Mittelschule und zum Abschluss der High School. Jedoch sind die unterschiedlichen Schulformen auch in unabhängigen Gebäuden voneinander getrennt.

Ausflug nach Edisto Island

Während unserer Zeit in den USA war auch ein Ausflug nach Charleston in Verbindung mit einem Aufenthalt an den Strand geplant. Wir trafen uns am Morgen des 16.10.2019 auf dem Schulcampus und stiegen zusammen in den Schulbus welcher von Dr. Scouten, dem Leiter der Upper School,  gefahren wurde. Nach ca. 2 Stunden in Charleston angekommen, stiegen wir aus dem Bus und begannen unsere Tour durch Charleston. Dr. Scouten führte uns durch das Städtchen und zeigte uns einige geschichtlich interessante Sehenswürdigkeiten und besonders die schönen alten viktorianischen Häuser. Als wir dann irgendwann einen kompletten Rundgang gemacht hatten, hatten wir nun etwas Freizeit. Wir durften uns alleine etwas umsehen, vielleicht etwas shoppen und essen gehen. Wieder alle zusammen am Bus angekommen, ging die Fahrt weiter nach Edisto an die Küste.South Carolina hat einige der schönsten Strände in den Vereinigten Staaten :D

Etwas außerhalb des Örtchens Edisto sollten wir eine Nacht in einem Strandhaus, das sich auf einem Privatgelände befindet, verbringen dürfen. Das Haus liegt mitten in einem idyllischen Marschland, nur 5 Gehminuten vom Strand entfernt. Hier wurden wir freundlich von der Hausbesitzerin (eine Mitarbeiterin und auch Mutter von HHES) im Strandhaus empfangen. Sie führte uns durch das Haus und erklärte uns alles. Das war wirklich nötig, denn das Haus  ist riesig und wir waren alle erst einmal total überwältigt. Aber sobald die  Haustour um war, machten wir uns für den Strand fertig. Zum Glück hellte es sich nach einem regnerischen Vormittag auf und es wurde gleich warm. Ein paar wurden mit dem Golfcart dorthin gefahren, ein paar gingen zu Fuß und die andere haben sich auf die Fahrräder geschwungen, die es am Haus gab.

Wir stürzten uns bei mittlerweile sonnigen 25 Grad in die Wellen, sammelten Muscheln und buddelten im Sand. Es war einfach traumhaft schön. Irgendwann sind wir dann auch wieder ins Strandhaus zurück gefahren und haben uns für das Abendessen fertig gemacht. Nachdem jeder eine warme Dusche genommen, sich den Sand vom Körper gewaschen und sich frische Kleidung angezogen hatte wurde zu Abend gegessen. Es gab traditionelle Südstaatengerichte  mit Pulled Pork, mehreren Barbeque Saucen und noch Vieles mehr. Wir tauschten uns beim Essen über das Erlebte aus und erzählten den amerikanischen Gastgeberinnen Deb und Susannah über unser Leben in Deutschland.

Am nächsten Morgen gab es ein großes amerikanisches Frühstück mit Cinnamonrolls, Cereal und vielem mehr. Bevor es an diesem Mittag nach Columbia zurückgehen sollte, nutzten einige die Gelegenheit nochmal zum Strand zu gehen. Andere konnten sich die vier Kajaks nehmen, um im mittlerweile leicht gefluteten Sumpfgebiet durch das Wasser zu paddeln.  Das war ein gelungener Ausflug und bestimmt einer der Highlights unserer Fahrt.

Climbing

Eine der ersten Aktivitäten von Heathwood Hall war das PEAK Outdoorangebot der Schule. Im hinteren Teil des Schulgeländes befindet sich ein Kletterpark mit vielen Möglichkeiten für Klein und Groß.  

Um die Angst vor Körperkontakt zu verringern, wurden Aufwärmspiele mit den Peak-Leader an den kleineren Geräten gespielt. Die Peak-Leader sind Schüler der Oberstufe, welche über die Sommerferien einen Kurs machen und sich bestens mit der Ausrüstung und dem Gelände auskennen. 

Um sich in der Gruppe kennenzulernen, mussten wir Hindernisse im Team bewältigen. Eine Gruppe hat den Hochseilgarten bewältigt, während andere mit dem Kletterdreieck beschäftigt war und umgekehrt. 

Der Hochseilgarten ist ein Hindernis mit vielen verschiedenen Aufgaben, welche durch Zusammenhalt gemeistert werden müssen. Die Peak-Leader waren eine große Hilfe, für die, die Angst hatten, da sie so über sich hinauswachsen konnten. Für diejenigen, die nach der ersten Ebene noch nicht aus ihrer Komfortzone heraus gekommen waren, gab es einen zweiten Schwierigkeitsgrad. Am Ende gab es eine Seilbahn nach unten.  

Das große Klettergerüst in Form eines Dreiecks hat ebenso verschiedene Schwierigkeitsstufen. Wir durften uns selber aussuchen, welches Dreieck wir klettern wollten. Das Ziel des ganzen war es, auf die Spitze des Dreiecks zu klettern und eine Glocke zu läuten. Diejenigen, die es oben schafften, wurden mit einem tollen Blick über ganz Columbia belohnt. Man sah sogar die Kirmes (State Fair), welche zu der Zeit stattfand.

Das Highlight vieler von uns war die große “swing”, die Schaukel. Bei der Schaukel wurde man von den anderen Schülern ca.6 Meter in die Höhe gezogen und dann schlagartig losgelassen. Danach schaukelte man für eine kurze Zeit in der Luft.  

Congaree National Park

In der zweiten Woche unseres Austauschprogramms hatten wir die Chance dazu, den Congaree National Park zu besuchen. Dieser Nationalpark befindet sich in der Nähe von Columbia in South Carolina und wurde 1976 gegründet. Durch ihn fließt der sogenannte Congaree River. Als wir dort angekamen, begrüßte uns unser guide, der mit uns die Tour durch den Park machte. Zum Anfang erzählte er uns, welche verschiedenen Tiere und Pflanzen man in dem Park besichtigen kann, und wir schauten uns ein Video über die Entstehung und Geschichte des Parks an.
Anschließend begann unsere Tour. Wir liefen über Holzwege und -brücken, von denen wir eine gute Sicht über den Park hatten. Unser Tourguide erklärte uns viel über die unterschiedlichen Pflanzen, vor allem große und alte Bäume, die dort zu sehen waren. Außerdem haben wir viele Eichhörnchen, verschiedene Käfer und Spinnen und sogar eine Eule gesehen. Wir machten alle viele Fotos und genossen die ruhige Atmosphäre des Parks. Der Congaree National Park war ein schöner Ausflug, den wir gerne noch einmal wiederholen würden!

Kajaktour

Eine weitere Aktivität, die von der Schule organisiert wurde und auch zum Schulprogramm gehört ist das PEAK Kajakfahren. Coach Wood, der zuständige Lehrer für PEAK, lud zusammen mit seiner Kollegin Kelly die Kajaks ein und fuhr uns ca 30 Minuten zum Saluda River, einem Seitenarm des Congaree.  Nach der Einführungsphase, die erst einmal darin bestand, alle ins Wasser zu bekommen, ohne dass jemand fällt, paddelten wir den Fluss aufwärts, was aber kein Problem darstellte, da der Fluss an dieser Stelle sehr langsam war. Als dann alle in ihren Booten saßen, paddelten wir alle flussabwärts. Die Strecke dauerte ungefähr 4 Meilen (ca 6.5km) mit drei oder vier kleineren Stromschnellen. Während der ruhigeren Teilen der Strecke, durften wir uns frei bewegen. Der Fluss ist umgeben von einem großen Wald, dessen Blätter gerade anfingen sich zu verfärben. Außerdem war der Tag etwas kühl und sehr nebelig, was eine passende Stimmung zu Halloween ergab. Zu genießen waren außerdem noch die Ruhe und die Tiere, wie Falken, Kraniche, verschiedene Fisch und Amphibienarten. Nachdem wir die Strecke, die etwas mehr als eine Stunde dauerte, beendet hatten, hieß es wieder zurück zu Heathwood Hall. Und obwohl einige von uns sehr nass geworden waren, war es die Erfahrung definitiv wert.

Gemeinsamer Bowlingabend

Gegen Ende unserer Reise stand ein gemeinsamer Bowling-Abend auf dem Programm. Dieser Abend war nicht nur für die deutschen Gastschüler, sondern auch für die Familienmitglieder der jeweiligen Gastfamilien. Wir trafen uns um 19.30 Uhr in der Nähe der Schule, bei einer großen Bowlinghalle. Nach und nach trafen alle mit ihren Familien ein. Nachdem sich jeder Einzelne das passende Schuhwerk abholte, konnte der Abend auch schon beginnen.

Leider war die Stimmung zu Beginn etwas betrübt, da bereits einige wegen der nahenden Abreise traurig waren. Doch sobald man sich erst einmal anmeldete, die ersten Würfe hinter sich und sich etwas eingespielt hatte, verbesserte sich die Stimmung schlagartig.

Das Bowlen entwickelte sich zu einem freundschaftlichen Wettstreit, jedoch bekam man stets Hilfe von Mitspielern und Zuschauern. Jeder half jedem und es gab keine Person mehr, die nicht auf ihren nächsten Wurf wartete. Um die Zeit zwischen den eigenen Würfen zu überbrücken, wurden Snacks und Getränke für uns organisiert. Wenn man nicht gerade zusammen in einem der drei Teams war, dann traf man sich spätestens an der Snackbar. So hatte man die Möglichkeit, sich mit jeder Person zu unterhalten und die Gastfamilien der anderen Mitschüler etwas besser kennenzulernen.

Es wurde viel gelacht, aber auch frustriert aufgestöhnt. Alle waren in das Spiel vertieft und hatten eine Menge Spaß. Selbst wenn man nicht immer die Kugel im idealen Moment losließ oder die Kugel von der Bahn abkam, fieberte man bei jedem Teammitglied mit und freute sich füreinander.

Wir spielten insgesamt zwei Runden mit jeweils ungefähr zehn Würfen. Die Zeit verging wie im Flug und so bemerkte auch keiner wirklich, dass es bald schon wieder Zeit war nach Hause zu fahren. Am Ende wurde es spannend, denn es kam zu der Auswertung. In den einzelnen Teams kam es jeweils diversen Kopf-an-Kopf-Rennen. Weil sich alle so in das Spiel steigerten und mit fieberten, freuten sich auch ebenfalls alle für die Person mit der höchsten Punktzahl.

Dieser Abend war ein Beispiel dafür, welche Werte so ein Austausch übermitteln sollte. Hilfsbereitschaft, Empathie und ein Gemeinschaftsgefühl wurden deutlich spürbar. Der ganze Austausch war eine Erfahrung dieser Werte und der Bowlingabend stellte eine Möglichkeit dar, diese Erfahrungen weiterzugeben und zu teilen.

Wir hatten eine tolle Zeit und bedanken uns bei allen Organisatoren und Gastfamilien!

 

Abschied tut weh..... Aber wir freuen uns auf ein Wiedersehen :)