Rückschau auf das Konzert vom 28.6.2019

»Kauf Dir einen bunten Luftballon« – unter dem Namen des gleichnamigen Liedes von 1943 fand ein Konzert in der BGH-Aula mit einer wahrlich bunten Mischung an Musik aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts statt. BGH-Musiklehrer Holger Knöbel führte das Publikum mit Rolf Schmitz und Brigitte Krahe (Gesang) auf höchst amüsante und humorvolle Art und Weise durch einen abwechslungsreichen Abend. Unterstützt wurden die Ausführenden vom KuMu-Kurs der Stufe 8, der gut passende Hintergrund-Bilder lieferte.

 

Als Einstieg diente ein Musical-Hit aus »My fair Lady« von Frederik Loewe. Doch nicht nur Titel aus der Nachkriegszeit, sondern auch viele bekannte Stücke aus den "Goldenen Zwanzigern" und aus den 30er-Jahren sowie Operettenklassiker wurden mit großem sängerischen und schauspielerischen Können sowie passenden Verkleidungen dargebracht.
Wohl keine Zeit in der deutschen Geschichte ist von so großem gesellschaftlichem Umbruch und Schnelllebigkeit geprägt wie die 1920er Jahre, was auch an den Musikstücken ablesbar war, denn an vielen Stellen zeigte sich der Einfluss von Jazz und Ragtime. Dies ließ die Musik unbefangen, ausgelassen und humorvoll wirken, wovon Stücke wie "Ich laß mir meinen Körper schwarz bepinseln" aus dem Tonfilm "Einbrecher" von 1930 oder "Was macht der Maier am Himalaya?" von 1926 zeugen. Diese ausgelassene Musikwelt versank in Nationalsozialismus und Krieg in Trümmern.

Besonders bewegend und formvollendet interpretierte Rolf Schmitz den Welthit "Dein ist mein ganzes Herz" aus Franz Léhars Operette "Das Land des Lächelns". Dieses gesanglich sehr schwere Stück machte den Tenor Richard Tauber 1929 über Nacht zum Weltstar und hat heute noch einen ganz eigentümlichen Glanz.

Daneben gab es weitere bekannte Schlager der zwanziger und dreißiger Jahre, unter anderem von den Comedian Harmonists, Friedrich Hollaender, Marika Rökk, Peter Kreuder, Heinz Rühmann oder Willy Fritzsch.

Dass die Musiker in jener Zeit sehr kreativ waren und nicht nur über ein hohes Können verfügten, sondern auch der klassischen Musik Beifall zollten, zeigte das Stück "Eine kleine Frühlingsweise" von den Comedian Harmonists, die das Thema von Antonin Dvoráks Humoreske Nr. 7 verwendeten.

Einige heute bekannte Stücke wurden sehr oft gecovert, während die ursprüngliche Version in Vergessenheit geriet. Von "Somewhere over the Rainbow" gab es deshalb die Originalversion von 1939.

Garniert wurde die Aufführung mit klassischen Stücken von Claude Debussy und Erik Satie, die Holger Knöbel sehr spritzig interpretierte. Auch aus der bekannten Operette "Im Weißen Rößl" von Ralph Benatzky aus dem Jahr 1930 wurde ein Stück vorgetragen und Audrey Hepburn kam mit "Moon River" nicht zu kurz. Das Publikum war bei mehreren sehr bekannten Stücken dazu aufgerufen, selbst mit einzustimmen, was sehr gut gelang - Schmitz meinte, das Publikum sei "hervorragend" gewesen.

Die Ausführenden ernteten großen Applaus, Schulleiterin Frau Dr. Pschibille dankte für das großartige Konzert und hob hervor, dass die Spenden je zur Hälfte an den Förderverein für die Diakoniestation Windeck e.V. und an das BGH gehen.

Es war eine sehr gelungene Veranstaltung, die einen gewissen Seltenheitswert besitzt, da die Musik der 20er Jahre immer mehr in Vergessenheit gerät und ist ein weiteres Beispiel für das rege Musikleben am BGH.

Eine weitere Aufführung von Musik aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wäre in höchstem Maße wünschenswert.