Garzweiler – Zwischen Stromversorgung, Umweltschutz und veränderten Lebenssituationen

Am Dienstag, den 07.05.2019, hatten die beiden Erdkundekurse der Stufe 10 des Bodelschwingh-Gymnasiums Herchen die Gelegenheit, die aktuell in den Medien ausgebreitete Situation um das rheinische Braunkohlerevier kennenzulernen und sich so selbst ein Urteil bilden zu können.

Imposant waren zunächst die Ausmaße des Tagebaus Garzweiler, die wir vom Skywalk, dem Aussichtspunkt Jackerath, erleben durften. Danach ging es unter fachmännischer Führung von RWE mit dem Bus durch den Tagebau selber.

Auf dieser Busfahrt durften wir auf der einen Seite die technische Seite kennenlernen, von der Entstehung der Braunkohle selber über den Abbau und den Transport bis zur Verstromung. Abgerundet wurde dies über viele Details zur Rekultivierung, die einen Eindruck über die gewaltigen betrieblichen Anstrengungen vermitteln. Gewaltig und besonders beeindruckt waren auch die riesigen Bagger, die wir aus wenigen Metern in Augenschein nehmen konnten.

Auf der anderen Seite war es besonders interessant den Interessenkonflikt zwischen der energiepolitischen Seite – sichere Stromversorgung – und umweltpolitischen Seite – hohe CO2-Emissionen und erhebliche Eingriffe in die Landschaft – aus Sicht von RWE dargelegt zu bekommen.

Diese Seite rundeten wir ab, indem wir uns anhand des Dorfes Immerath einen individuellen Eindruck von der Lebenssituation der Menschen verschafften, die umgesiedelt werden. Das ganze Spannungsfeld zwischen den Einwohnern, die früh umgezogen sind, um sich noch hohe Entschädigungen zu sichern, bis zu jenen, die in schon verlorenen Dörfern ausharren, konnte mit dem nötigen Respekt vor der jeweiligen Lebenssituation erfahren werden.

Im weiteren Unterricht geschieht dann in kooperativen Lernformen unter Anleitung der Fachlehrer eine Gesamtreflexion, die uns zu einer fundierten Bewertung der Zukunftsfähigkeit der Braunkohle als Energieträger führt.