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Die diesjährige Baad-Fahrt der Stufe 10

Martin Christgen Aktuelles

von neuen Freundschaften, Kerzenschein und Blasenpflastern

Erlebnisbericht der Klasse 10a

Die diesjährige Baad-Fahrt begann wie jedes Jahr mit einer den Tag füllenden Busfahrt – 10 Stunden Zeit standen zur Verfügung, um sich einzustimmen, zu spielen oder auch schon erste neue Kontakte zu knüpfen, es wurde viel gelacht, es gab Gelegenheit für unterschiedliche Gespräche und Musik gehört – und die Zimmerverteilung wurde vorgenommen.

Die Unterkunft, ein Gruppenhaus der Organisation Outward Bound, lag am Fuße eines Berges in den Alpen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fahrt bezogen nach Ankunft ihre Zimmer und stiegen noch vor dem Abendessen in die Arbeit der etwa zwölfköpfigen Gruppen ein. Das darauffolgende Abendessen konnte alle im Vorfeld geäußerten Vorbehalte gegenüber der vegetarischen Verpflegung zerstreuen – an allen Tagen gab es zudem ein reichhaltiges Frühstück und eine selbst zu gestaltende Brotzeit für den Tag.

Für die meisten Gruppen begann der Aufenthalt in Baad mit einer Bachbettwanderung.

Im Sommer sind die in der Schneeschmelze anschwellenden Bergbäche zu kleinen Rinnsalen reduziert – in ihren Betten kann man dann die Berge besteigen. Die Schülerinnen und Schüler mussten sich dabei eigenständig einen Weg durch Kiesel, Schotter und Wasser suchen, die Gruppenteilnehmer liefen dabei in den Spuren eines Vorangehenden.
Beim sogenannten Schwenden wurde im Tal ansässigen Bauern zur Hand gegangen. Unter anderem wurden Bäume gefällt, Steine von Weiden entfernt oder Unkraut gejätet. Belohnung für die Arbeit war eine deftige Brotzeit, bei der auch selbstgemachter Schinken und Käse gereicht wurden.

Zu den sogenannten Höhenelementen gehörte das Klettern an einer Felswand. Nach einer kurzen Einweisung konnten die Schülerinnen und Schüler sich an insgesamt vier Routen unterschiedlicher Schwierigkeit probieren – dabei wurde das gegenseitige Vertrauen zueinander gefördert, zum einen in die Sicherung als auch in die Hilfestellung bei der Suche nach besseren Routen oder Beratung, wie man an Stellen weiterklettern kann, an denen man selbst nicht mehr die nächsten Vorsprünge sehen konnte.

Beim Schluchtprojekt sollten die Schülerinnen und Schüler selbstständig eine Seilbahn über eine Schlucht bauen.

Ein Probeaufbau wurde an der Unterkunft durchgeführt, bevor dieser in der Schlucht wiederholt wurde. 4 Bäume bildeten dabei die Fixpunkte der Seilbahn – der sogenannte Spannbaum, an dem die Seile gespannt wurden, der Bremsbaum, an dem das Führungsseil entlanggezogen wurde und der Umlenkbaum, der die Seilsysteme miteinander verband – schließlich ein weiterer Befestigungsbaum. Nach einer Prüfung durch die Teamer konnten die Mitglieder der Gruppe die Seilbahn hinunterfahren.

Eine große Herausforderung war das Abseilen von einer 75 Meter hohen Talbrücke. In einer vorangehenden Besprechung wurden Komfort- und Panikzonen definiert, die allen Teilnehmern eine möglichst ungetrübte Teilnahme an der Aktivität ermöglichen sollte. Karabinerhaken, Geschirre, Helme und Seile sorgten für die notwendige Sicherheit, für Sicherung und Kommunikation waren dabei die Schülerinnen und Schüler verantwortlich. Insgesamt waren bei dieser Aktivität Teamgeist und Überwindung gefordert – die eine oder der andere sprang an diesem Tag nicht nur über das Brückengeländer sondern auch über den jeweiligen Schatten.

Jeweils zwei Gruppen übernachteten eine Nacht auf einer Almhütte, der Außerwaldhütte.

Auf dieser Exkursion gab es eine klare Aufgabenteilung – die Teilnehmer wurden in Kochteams, Hüttenteams, Materialteams, Orientierungsteams und Umweltteams aufgeteilt. Die Wanderung zum Ziel planten alle Gruppen selbst – entsprechend wählten die Gruppen unterschiedlich lange Zuwege, waren von einer bis zu drei Stunden unterwegs. Auf der Hütte gab es mehrere Schlaflager jeweils für Jungen und Mädchen. Es gab keine Stromversorgung, Kerzen erhellten also die Räume und es wurde auf einem mit Feuer betriebenen Ofen gekocht. Es war also viel zu tun – erst am späten Abend klang derselbe mit Werwolf, Uno und gemeinsamen Gesprächen aus.
Die zweite Übernachtung erfolgte auf der sogenannten Biwak-Tour zur oberen Spital, einer Alpe in der Nähe der Unterkunft. Nach einem etwa 2-stündigen Aufstieg wurde ein Lager vorbereitet, sogenannte Tarps, also Planen, die gegen Wind und Wetter schützten, aufgestellt, es wurde gekocht und schließlich unter freiem Himmel, im besten Fall bei sternenklarer Nacht geschlafen.

Insgesamt überwog ein positives Fazit der Fahrt, ...

…die als erlebnisreich und lohnend aber auch als fordernd und instruktiv beschrieben wurde. Auch die kleinen Dinge des Alltags wurden durch Entbehrungen und Herausforderungen mit der Zeit bewusster gemacht, dass fließend Wasser, ein Dach über dem Kopf und Strom keine Selbstverständlichkeit sind, wurde zum Beispiel deutlich genauso wie der Wert des gemeinen Blasenpflasters.
Die Rückfahrt stand ganz im Zeichen einer ereignisreichen Woche – die daraus resultierende Erschöpfung schlug sich in einer gewissen Ruhe nieder, an die auf der Hinfahrt nicht zu denken war. Und auch, wenn sich neu geschlossene Freundschaften in der Sitzordnung auf dieser Rückfahrt niederschlugen, waren am Ende doch alle glücklich, als sie von ihren Familien empfangen wurden.

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