Erste Arbeiten im Schulgarten des Bodelschwingh-Gymnasiums Herchen

Ein idyllischer Tag am BGH: Die Sonne kommt durch die Wolken, die Vögel zwitschern. Im Schulgarten wird die Klasse 7b im Rahmen des Ökologischen Praxissemesters von Frau Herdtle und Herrn Seitz in die Kunst der Ackerarbeit eingeführt.

Nachdem die Aufgaben verteilt sind, schwärmen die Gruppen aus und besorgen sich selbstständig die jeweils benötigten Materialien aus dem Gartenhäuschen. Die erste Gruppe ist dafür zuständig, die Beete auszumessen. Dafür benötigt man ein gespanntes Seil, zwei Holzstäbe und einen Zollstock, um die perfekte Breite auszumessen.

Die zweite Gruppe gibt sich daran, die abgesteckten Beete umzugraben, von Unkraut zu befreien und mit dem Rechen geradezuziehen. Dabei werden alle Hände und auch so manche Hose schmutzig. Anschließend geht es darum, Wege zwischen den Beeten anzulegen. Die kleinen Pfade werden mit großer Begeisterung, viel Krach und gemeinsamem Singen festgestampft. Von weitem wirkt es so, als würde eine Horde Bullen mit viel Radau durch den Schulgarten trampeln.

Die Jungs errichten einen Schneckenzaun, der wie zusammengesteckte Leitplanken aussieht, damit uns die gefräßigen Schnecken noch etwas vom Salat übrig lassen. Nach der ganzen Arbeit gibt es erst einmal eine kleine Pause, in der wir erklärt bekommen, wie man Kartoffeln richtig einpflanzt. In der Theorie klingt das ganz einfach.

Danach werden die Kartoffeln und das benötigte Werkzeug aus dem Gewächshäuschen geholt. Es werden eifrig Löcher gegraben, in die die Kartoffeln mit den Keimen nach oben in die Erde gesetzt werden. Hin und wieder ziehen die Schülerinnen und Schüler beim Löchergraben Maden aus dem Boden und zeigen ihre Beute stolz Frau Herdtle und Herrn Seitz, die als Biologie-Lehrer jedes Tierchen beim Namen nennen können. Als letztes wird lockere Erde über die Kartoffel geschüttet und ein Haufen über dem Loch errichtet. Ähnlich wie bei Spargel. Mit einer Schaufellänge Abstand wird die nächste Kartoffel vergraben. Schließlich sind zwei Beete mit Kartoffeln bepflanzt.

Zwei Wochen später stellen wir das Hochbeet auf, das Ameera Brück, Amelie Wagner und ich aus Holzpaletten zusammengebaut haben – mit der Hilfe von Amelies Papa Florian Wagner, der Schreiner ist. Einen ganzen Tag haben wir dafür gebraucht, und wir sind ganz schön stolz auf unser Werk. Gemeinsam schaufeln wir die Grasbrocken, die vom Umgraben der Kartoffelbeete übriggeblieben sind, ins Hochbeet. Die Erde ist unheimlich schwer. Als das Hochbeet randvoll ist, streuen wir spezielle Blumenerde darüber und pflanzen kleine Salätchen ein. Die Blumenkästen, die wir an der Seite angebracht und rosa und blau besprüht haben, werden wir beim nächsten Mal mit Blumen für die Bienen bepflanzen.

Erschöpft, aber zufrieden macht sich der Ackertrupp auf den Weg zum Bus. Für mich war es der glücklichste Tag seit Langem!