Musikkurs EF in der Bonner Oper
Am 7.6. hat der Musikkurs von Herrn Knöbel aus der Stufe 11 die Bonner Oper besucht. Wir haben uns eine Neuinszenierung des Klassikers „der Freischütz“ angesehen. Wir hatten uns schon vorher im Unterricht auf die Oper vorbereitet und waren mit der Geschichte und den meisten Stücken vertraut. Doch wir wurden trotzdem überrascht…
Nach einer etwas anstrengenden Anreise nach Bonn bekamen wir noch vor Opernbeginn eine Führung durchs Operngebäude. Eine Studentin zeigte uns die Bühne, den Operngraben, den Eingangsbereich und die Werkstätten und erzählte uns von üblichen Bräuchen und Eigenschaften der Oper. Vor allem die Schneiderei beeindruckte uns, da wir nicht wussten dass alle Kleider, Utensilien und Bühnenbilder in Bonn selbst hergestellt werden.
Und schließlich war es soweit: Wir nahmen unsere Plätze ein und lauschten gespannt dem Auftrittsapplaus. Mit dem, was dann folgte, hatte wohl keiner gerechnet, doch kurz zur Erklärung:
Eigentlich ist der Freischütz eine romantische Oper, in der Max seine Geliebte Agathe für sich gewinnen will und dabei einen Pakt mit dem Teufel eingeht.
In der Neuinterpretation war das Bühnenbild aber kein verwunschener Wald, sondern ein verwahrloster Bundestag, in dem die aktuelle Politik der AfD in den Mittelpunkt geriet:
Anstatt von mysteriösen Freikugeln und bösen Mächten handelte die Oper von Maschinengewehren, narzisstischen Ideologien, Machtkämpfen zwischen Abgeordneten und von dem Traum, Deutschland zu regieren. Außerdem wurden im Hintergrund Zitate von AfD-Politikern eingeblendet.
Besonders beeindruckend war zu beobachten, wie die Kompositionen von Carl Maria Weber in die Handlung nahtlos eingebaut wurden.
Als nach drei Stunden der Schlussapplaus durch den Saal hallte, waren wir alle noch überwältigt. Die Anti-AfD-Botschaft der Oper war deutlich durchgeklungen und hatte für kontroverse Zwischen- und Buhrufe gesorgt, und auch auf der Rückfahrt diskutierten wir noch über Politik, doch auch die Musik hatte uns beeindruckt.
Abschließend kann man sagen, dass wir einen unterhaltsamen Abend in der Oper Bonn verbracht haben und Herr Knöbel bei der Stückauswahl einmal mehr seinen ‘guten Riecher’ bewiesen hat.