Diplomatie hautnah: Gespräch mit Dr. Hanns Schumacher
Im Rahmen der „Kamingespräche“ bot sich am Bodelschwingh-Gymnasium Herchen für die Oberstufen-Grundkurse Sozialwissenschaften von Herrn Fritz und Herrn Weiler die besondere Gelegenheit, mit Dr. Hanns Schumacher, einem erfahrenen und weitgereisten Diplomaten, ins Gespräch zu kommen. Der ehemalige Botschafter der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen in Genf sprach über seine bewegte Karriere, aktuelle Herausforderungen der internationalen Politik und stellte sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler.
Nach kurzer Vorstellung und Einführung durch Moderator Herrn Hellinghausen begann Dr. Schumacher das Gespräch mit einem ganz persönlichen Rückblick auf seine diplomatische Laufbahn, beginnend 1977 mit seinen ersten Stationen in Israel und Trinidad und Tobago, die ihn früh mit internationalen Konflikten, aber auch kulturellen Eigenheiten konfrontierten. Hierzu schilderte er nicht nur persönliche Erlebnisse, sondern untermauerte seine Erzählung immer wieder mit eigenen Fotoaufnahmen, die der ehemalige Diplomat mitgebracht hatte.
Besonders lebendig berichtete er von seiner Zeit als persönlicher Referent von Außenminister Hans-Dietrich Genscher in Bonn,
... wo er von 1984 bis 1991 direkt am Puls der deutschen Außenpolitik arbeitete. Es folgten weitere Auslandseinsätze, unter anderem als Botschafter in Namibia und als Stellvertretender Hoher Repräsentant in Sarajevo, wo er nach dem Friedensabkommen von Dayton in Bosnien-Herzegowina beim Aufbau staatlicher Institutionen half.
Auch seine späteren Stationen in New York, Helsinki, Bagdad und Bangkok kamen zur Sprache. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich tief beeindruckt von der Offenheit des Gastes und nutzten die Gelegenheit, um Fragen zu stellen – ob zur Rolle des Sicherheitsrates („reformbedürftig“) oder zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Auswärtigen Dienst („früher sehr schwierig, heute etwas besser“).
Das Fazit zur Veranstaltung von Noah A., einem der Teilnehmer aus der Q1: „Ich persönlich fand es äußerst spannend, einen so nahbaren und realistischen Einblick in die Diplomatie und die Prozesse hinter dieser zu erhalten“.
Der Besuch von Dr. Schumacher war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie politische Bildung lebendig und praxisnah gestaltet werden kann. Ein toller Auftakt für die „Kamingespräche“ am Bodelschwingh-Gymnasium, der gezeigt hat, wie wertvoll der direkte Austausch mit Zeitzeugen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für die Schülerinnen und Schüler und unsere Schulgemeinschaft ist.
Die Schulleiterin Fr. Dr. Pschibille und die Fachschaft Sozialwissenschaften bedankten sich bei Dr. Schumacher mit einem Vorrat an selbstgemachtem Apfelsaft von den schuleigenen Obstbäumen.

