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Afrika zu Gast am BGH

Wilhelm Neef Aktuelles

Dofereta Soro, ein junger Lehrer aus der Elfenbeinküste, absolviert derzeit im Rahmen eines Austauschprogramms des Deutsch Afrikanischen Jugendwerks ein 6-wöchiges Praktikum am Bodelschwingh-Gymnasium Herchen.

Organisiert wird der Austausch vom Senior Expert Service (SES) in Bonn. Finanziert wird dies von der Bundesregierung. Gert Hilscher und Wilhelm Neef, beides ehemalige Lehrer des BGH, übernehmen die Ehrenamtliche Betreuung von Dofereta.

Dies ist nicht die erste Begegnung des BGH mit Afrika. Über mehr als 20 Jahre gab es eine intensive Schulpartnerschaft des BGH mit einer kirchlichen Schule im tropischen Regenwald Kameruns. Beteiligt war zunächst das Oberstufenzentrum 1 in Cottbus/Brandenburg und später das Marlet College in Cuijk/Niederlande. Dofereta Soro unterrichtet an seiner Schule in der Elfenbeinküste unter anderem Deutsch als Fremdsprache. Er ist 29 Jahre alt und hat die Elfenbeinküste zum ersten Mal verlassen - für ihn ein großes Abenteuer.

Am BGH und in Herchen wurde er mit offenen Armen aufgenommen. Er begleitet 5 Lehrerinnen und Lehrer in ihrem Unterricht in den Fächern Deutsch, Englisch und Französisch, hospitiert, assistiert und hilft schwächeren Schülern. Er wurde in das ILSA-Projekt eingeführt, ein Selbstlernprojekt am BGH, in dem die Schüler lernen, Verantwortung für den eigenen Bildungsweg zu übernehmen. Dofereta kann daraus Anregungen mit in die Elfenbeinküste nehmen. Er sagt selbst, er habe in den ersten 4 Wochen am BGH viel gelernt. Dofereta ist begeisterter Fußballer und nimmt am Training der Fußballmannschaft des TUS Herchen teil.

Deutschland und die EU suchen international nach neuen Partnern. Mit den Mercosur Staaten und Indien hat die EU jetzt Handelsabkommen abgeschlossen. Die Beziehungen zu Afrika stecken noch „in den Kinderschuhen“. China ist uns da weit voraus. Dabei könnte ein intensiverer Kontakt zu den Menschen in Afrika für beide Seiten ein Gewinn sein. Afrika hat eine junge Bevölkerung, es gibt ganzjährlich viel „Sonne“, der Kontinent verfügt über viele Bodenschätze, und die Menschen dort haben uns kulturell viel „zu bieten“.

Afrikaner sind meist gut gelaunt, singen selbst bei der Arbeit, lieben die Gemeinschaft. In Afrika ist es schwer, allein zu sein. Für die Menschen in Afrika ist das Leben ein Zyklus – es beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod. Wenn jemand stirbt, der Enkelkinder hat, der sein Leben gelebt hat, wird das  mit Musik, Tanz und gutem Essen groß gefeiert. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was die besondere Mentalität und Lebensweise Afrikas ausmacht.
 

Viele Probleme der Welt, wie Klimawandel, Hunger, Kriege, das Auseinanderdriften von Arm und Reich können wir nur gemeinsam lösen. Dafür ist es wichtig, dass wir uns kennen, uns in unserer Unterschiedlichkeit akzeptieren lernen und dies als Bereicherung erleben.

Der Besuch von Dofereta am BGH soll hierzu einen kleinen Beitrag leisten.

 

Anmerkung: Wenn in diesem Artikel von Afrika gesprochen wird, ist Subsahara – Afrika gemeint.

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Gruppe Kinder und ein Erwachsener posieren vor Klassenzimmerwand mit Bastelarbeiten.