Kunst-Musik-Theater
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Mit Liebe gesungen: Schumanns „Dichterliebe" und Brahms Lieder und Intermezzi

von Dr. Klaus Zöllner

Zum wiederholten Male traten Musiklehrer Holger Knöbel und der Tenor Rolf Schmitz in unserer Aula am BGH auf, diesmal mit einem romantischen Programm: Die beiden Freunde und Konkurrenten um die Liebe von Clara Schumann kamen an diesem Abend zu Wort und es ergab sich sozusagen ein musikalischer Dialog über Raum und Zeit hinweg zwischen dem tiefgründigen Brahms und dem nicht minder schwermütigen Schumann.

Beide können aber auch fast gänzlich unbeschwerte und zuversichtliche Töne anschlagen und zwischen diesen beiden Stimmungspolen durften Holger Knöbel und Rolf Schmitz jeweils musikalisch vermitteln.
Der Tenor Rolf Schmitz verfügt über eine enorme Bandbreite an Klangfarben und stimmlichen Ausdrucksmitteln, von zartestem Schmelz in „Wenn ich in deine Augen seh'" bis zu humorvollen, augenzwinkernden, kecken Tönen in „Ein Jüngling liebt ein Mädchen".

Holger Knöbel und Rolf Schmitz sind seit vielen Jahren ein eingespieltes Duo, das konnte man merken an der Art und Weise, wie jede Phrase und jedes Rubato genau aufeinander abgestimmt waren, hier war äußerste Konzentration auf die gemeinsame Ausführung erkennbar und diese Genauigkeit erlaubte die wunderbare Flexibilität im Rhythmus, die für romantische Musik so wichtig ist.
Gemeinsam loteten die beiden die Grenzen der durch ein Lied dargestellten Seelenwelten aus, das ging bis fast zum Verstummen der Musik in „Ich hab im Traum geweinet": Staubtrockene dustere Akkorde, die fast nicht mehr an Musik sondern an dumpfe Paukenschläge erinnerten, zauberte Holger Knöbel auf dem Bechstein-Flügel der Aula. Besonders beeindruckend auch die Klaviernachspiele am Ende der meist sehr kurzen Kunstlieder, hier sagte das Klavier noch einmal reflektierend, was Rolf Schmitz mit beglückend klarer Diktion vorhergesagt hatte, bei ihm geht keine Silbe und kein Wort verloren, trotzdem forciert er nicht und übertreibt die Deutlichkeit nicht.
Mit Liebe gesungen, mit Liebe gespielt: Die Freude des Duos an der Produktion des typischen Brahms-Klanges bzw. Schumann-Klanges war beiden jederzeit anzumerken, jeder Ton und jede Phrase war durchdacht und genau geplant, eine sehr eigenständige Interpretation, die durchaus in einem Atemzug mit den großen Vorbildern Fritz Wunderlich oder Dietrich Fischer-Dieskau genannt werden darf.
Das recht zahlreiche Publikum zeigte sich begeistert und spendete großzügig für den guten Zweck, u. a. für den Ambulanten Ökumenischen Hospizdienst Windeck/Eitorf. Vielleicht kann man ja sogar den Menschen, die von diesem sehr rührigen ökumenischen Dienst betreut werden, eine Aufnahme des wundervollen Konzertes zukommen lassen, denn mit so viel Liebe gesungene und gespielte Musik hatte schon bereits auf alle anwesenden Zuhörer tröstende und heilende Wirkung und dessen waren sich offenbar bereits damals die beiden Komponisten Brahms und Schumann bewusst, wie wir aus ihren Biografien wissen.
Wir hoffen auf ein Wiedersehen mit dem Duo im nächsten Jahr!

 

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