Am Freitag, den 18. Februar 2011, war es endlich soweit: Schülerinnen und Schüler aus den evangelischen Schulen im Rheinland und deren Lehrer/innen hatten Gelegenheit, das Ergebnis einer Woche intensiver Probenarbeit vorzustellen.
Zwei Konzerte an zwei Orten an einem Tag sind eine große Herausforderung, vor allem, wenn man Freitag mittags um 12.00 in Dierdorf vor Hunderten von Schülern konzertiert und danach sofort über die Autobahn nach Hilden in die Friedenskirche muss; aber dem großen Tross des Da-capo Ensembles gelang - sozusagen mit Pauken und Trompeten, mit Riesenmarimbaphon und Instrumentenkoffern - die logistische Herausforderung.
Das Ensemble war diesmal sowohl im Chor als auch im Orchester und im solistischen Bereich hervorragend mit Herchener Kräften bestückt.
Sie genossen, zum Teil erstmalig, die Erfahrung eines großen Klangkörpers, über 35 Orchestermitglieder und über 40 Choristen können einfach einen anderen Klang "zaubern" als man es jemals in den einzelnen schulischen Ensembles schaffen könnte. Besonders bei den größer besetzten Werken, z.B. den Ausschnitten aus Mendelssohns Oratorium "Paulus", kam eine beachtliche Ausdrucks-Intensität zustande, die allen Beteiligten und den Zuhörern ein echtes "Gänsehauterlebnis" verschaffte. Aber auch schwierige Werke, wie Urmas Sisaks "Agnus Dei" oder Max Regers komplizierte "Geistlichen Gesänge" gelangen den Ausführenden überzeugend; sie konnten beweisen, dass zum Singen dieser Werke hohe Anforderungen bewältigt wurden: Man muss sozusagen gleichzeitig vertikal und horizontal denken und singen, d.h. schwierige Harmonien verstehen und hören und Melodieverläufe sehr gut kennen, um sie zu einem Erlebnis für die Zuhörer zu machen.
Auch das Orchester hatte anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen: zum Teil noch nie aufgeführte Werke des Spätbarock, die den Bogen zwischen Barockzeit (Händel), Klassik (Haydns Te Deum ) und Romantik (u.a. Dvorak-Suite) gut auffüllen konnten.
Einziger Solist des Konzerts war der Herchener Schüler Tido Frobeen, der mit einem Harfenkonzert von Händel, gespielt auf dem Marimbaphon(!), und einem modernen Stück von Kaiko Abe das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss.
Die Musiklehrer/innen des Bodelschwingh-Gymnasiums waren mit Imke Frobeen, Holger Knöbel und Klaus Zöllner ebenfalls aktiv beteiligt, sei es im Orchester an Cello, Oboe und Kontrabass oder in der Probenarbeit vor Ort. Das Erlebnis dieser Woche lässt sich vielleicht so beschreiben:
"Wann sonst haben Schüler Gelegenheit, sich fünf Tage so intensiv mit einer Sache, einem Konzertprogramm zu beschäftigen, wann sonst wird in so kurzer Zeit ein so hoher Lernzuwachs erreicht?"
Die Erfahrungen, die die Schüler auf diesen Wochen machen, haben "Modellcharakter, vermitteln sie den Jugendlichen doch Schlüsselqualifikationen (...) Nicht zu unterschätzen sind auch die sozialen Begegnungen von Schülerinnen und Schülern verschiedener Altersstufen und Schulen. Gerade deshalb ist es sehr zu begrüßen, dass in Zeiten einer zunehmenden Vereinzelung mit diesem schulübergreifenden Bildungsangebot von der Trägerin, der Evangelischen Kirche im Rheinland, Zeichen gesetzt werden." (Dr. Klaus Winkler, Dierdorf, im Programmheft zu den Konzerten)
Die beiden Konzerte, in einer Reihe von nunmehr 20 Jahren da-capo stehend, haben einmal mehr bewiesen, was engagierte musikalisch begabte Jugendliche leisten können, die Konzerte werden allen Hörern sicherlich in nachdrücklicher Erinnerung bleiben.
Dr. Klaus Zöllner, Herchen
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