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Das Begegnungsprojekt zwischen dem Bodelschwingh-Gymnasium Herchen und der Goethe-Schule Ulan Bator feierte fünfjähriges Bestehen.
Die ersten Gäste, die vor fünf Jahren das erste Mal dem Herchener Bodelschwingh-Gymnasium einen Besuch abstatteten, wunderten sich noch, dass „in Deutschland das Fleisch in dünne Scheiben geschnitten wird und dann auch noch auf Brotscheiben gelegt wird“, wusste Schulleiter Jürgen Deichmann zu berichten. Vor fünf Jahren wurde die Goethe-Schule in Ulan Botor gegründet und so lange besteht auch die Partnerschaft zwischen den beiden Schulen. Die Gründung der Goethe-Schule in Ulan Bator geht auf eine Vereinbarung zurück, die 1998 während des Staatsbesuchs des damaligen Präsidenten Roman Herzog mit dem mongolischen Präsidenten Bagabandi getroffen wurde. Etwa 40 Familien und 50 Jugendliche aus Deutschland und ebenso viele aus der Mongolei haben sich seitdem an der Begegnung beteiligt, Schulleben und Alltag miteinander geteilt und dabei Erfahrungen aus „erster Hand machen können.“ Mit einem fröhlich umrahmten Festakt in der Aula des Bodelschwingh-Gymnasiums wurde das kleine Jubiläum des deutsch-mongolischen Begegnungsprojektes gewürdigt und gleichzeitig Abschied von den mongolischen Gästen gefeiert, die für sechs Wochen nach Herchen gekommen waren.
Alle Festredner betonten in ihren Ansprachen die gut funktionierende Zusammenarbeit und unterstrichen die Bedeutung des Begegnungsprojekts für das Zusammenwachsen fremder Kulturen. Der mongolische Kulturattaché Battumur Yondon, der den mongolischen Botschafter Tuvdendorj Galbaater vertrat, hob hervor, dass das Ziel, Verständnis für den jeweils anderen zu entwickeln, durch dieses Begegnungsprojekt vorangebracht worden sei. Die mongolischen Jugendlichen kommen in Gruppen von acht bis zwölf Schülern für sechs Wochen nach Deutschland und werden einzeln in den Familien ihrer deutschen Partnerinnen und Partner untergebracht und besuchen mit ihnen während der Schulzeit das Gymnasium. In den Sommerferien desselben Schuljahres bekommen die deutschen Schülerinnen und Schüler, in Begleitung eines Elternteils oder auch allein, die Gelegenheit, zwei Wochen lang die Mongolei zu besuchen. Sie verbringen drei Tage in der Hauptstadt Ulan Bator bei den korrespondierenden mongolischen Familien und zehn Tage in einer gemischten deutsch-mongolischen Gruppe auf einer Rundreise durch die Steppen und Wüsten der Mongolei. Khajidmaa Purevjav, Schulleiterin der Goethe Schule Ulan Bator, freute sich, dass der Austausch, entgegen der Befürchtungen mancher mongolischer Eltern, ihre Schülerinnen und Schüler nachhaltig zum Lernen motiviert habe. Sie bedankte sich auch ausdrücklich bei den aufnehmenden Gasteltern und wusste zu berichten, dass mancher mongolische Schüler zu Hause erzählte „ich möchte so werden wie (zum Beispiel) Familie Land.“ Windecks Bürgermeister Jürgen Funke lobte das Austauschprojekt; es werfe ein schönes Licht auf die Gemeinde, dass das Jubiläum nicht in Berlin oder anderswo stattfinde, sondern in Windeck und unterstrich in seinem Beitrag den Wert von Bildung als „Rohstoff der Zukunft“, wozu auch die Überwindung von Sprachbarrieren gehöre.
Am Rahmenprogramm beteiligten sich deutsche und mongolische Schülerinnen und Schüler gleichermaßen. Enkhtselmeg und Nomin, zwei Schülerinnen aus Ulan Bator, zeigten einen mongolischen Tanz, gekleidet in traditionellen Gewändern, Soninchimeg trug ein mongolisches Gedicht vor, Lieder aus aller Welt wurden von der Klasse 7D, den mongolischen Mädchen und Jungen und dem Differenzierungskurs Kunst / Musik, in dem schöne Solostimmen glänzten, dargeboten. Zum Schluss des offiziellen Festaktes bedankte sich Franziska Unterberg, die eine Gastschülerin betreut hatte, bei allen Verantwortlichen, insbesondere auch bei Projektleiter Arnd Schmidt, für die Gestaltung dieses außergewöhnlichen Austauschprojektes. Sie selbst wird im Sommer mit in die Mongolei fahren und damit einen Beitrag zur Pflege der bestehende Kontakte und Freundschaften leisten. Die Qualitäten im Abschiedfeiern wurden dann in unterschiedlicher Weise unter Beweis gestellt; auch die eine oder andere Träne soll dabei geflossen sein.
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