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"Viva Colonia!" und "Viva Polonia!" PDF Drucken E-Mail

Wo machen alle jungen Damen noch einen altmodischen Knicks vor ihrer Lehrerin?

Wo findet man hypermoderne Einkaufszentren mit deutschen Ladenketten in alten Industriestädten? Wo schenken einem die Gastgeber beim Abschied mehr Geschenke als man selbst mitgebracht hatte?21 Schüler und Schülerinnen des Bodelschwingh-Gymnasiums besuchen Zabrze in Polen.

Die 21 Schüler und Schülerinnen des Bodelschwingh-Gymnasiums, die vom 27.3.-2.4. dieses Jahres die Comeniusschule in Zabrze/Oberschlesien besuchten, kamen immer wieder aus dem Staunen nicht heraus; der aktuelle Spiegel-Beststeller ("Viva Polonia") war zu der Zeit nämlich noch relativ unbekannt. Unter Leitung von Hanna Kayser und Dr. Klaus Zöllner hatte man beschlossen, die im Herbst 2007 während des Comeniusfestivals in Herchen entstandenen Kontakte zu vertiefen. So kannten sich die meisten Schüler bei der Ankunft in Zabrze schon und wurden von ihren Gasteltern abgeholt. Ziele der Exkursionen in den nächsten Tagen waren u.a. Schloss Pless, Krakau und das ca. 1 Fahrstunde entfernte Auschwitz, sicher für alle der beeindruckendste Teil der Reise.
Als vorbereitetes Schülerprojekt hatte man das Thema: "Deutschland im Lied" gewählt. Hier stellten sich die beiden Nationen gegenseitig Lieder in Bild und Ton vor, die mit Städten verbunden sind. Natürlich kamen  dabei die Städte Köln ("Viva Colonia"), aber auch Bochum und Berlin nicht zu kurz, und die polnischen Schüler (2. Fremdsprache: Deutsch) sangen nach kurzer Zeit begeistert mit. Aber auch die Loreley wurde als powerpoint - Präsentation mit entsprechendem Lied ("Ich weiß nicht, was soll es bedeuten...") vorgestellt. Aus Ingo Insterburgs Lied  ("Ich kannte ein Mädchen in ...") wurde kurzerhand ein Suchspiel zu deutschen Städten mit europäischer  Landkarte auf dem Tisch.  
Die polnischen Gastgeber hatten ihrerseits gleich eine Live-Band zusammengestellt und, typisch polnisch, auch noch eigene songs zum Thema komponiert. Das Mitsingen auf Polnisch war dagegen eine fast zu große Herausforderung für die deutschen Schüler, die aber viel Spaß machte.
Besonders viel Zeit war den Gästen diesmal mit ihren Gastgebern reserviert worden, dies ein Wunsch der Schüler aus den letzten Begegnungen. Entsprechend groß war das "Tränenmeer" aller Beteiligten beim Abschied am letzten Tag, zum Glück bleibt man in Kontakt dank moderner Medien.
Als Ergebnis all dieser Aktivitäten in Hinsicht auf Internationalisierung  am BGH wurde das Comenius Team des BGH am 6. Mai  dieses Monats als einzige Vertreter einer Comeniusschule zu einer Tagung nach Bornheim eingeladen. Nastassja Ruschmeyer,  Arnd Schmidt  und Klaus Zöllner, intern die "Comenian Harmonists" genannt, hatten hier die Gelegenheit, einer Gruppe von 20 zukünftigen Comeniusschulen ihr Konzept einer nachhaltigen Comeniusarbeit ausführlich vorzustellen.  Dabei wurde diese  Arbeit von Guido Maedje (NRW - Koordinator des PAD) als beispielhaft hervorgehoben.
Dass sich die Begegnungen mit den nur scheinbar vertrauten Nachbarn in Europa immer wieder lohnt, konnte dabei den interessierten Zuhörern an vielerlei Beispielen gezeigt werden: Neues Lernen über die anderen heißt auch immer: Aufgeben von Vorurteilen, Umlernen. Dies scheint bei allen Beteiligten gut zu funktionieren.

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