| Denis Goldberg im BGH |
|
|
|
|
Denis Goldberg, eine beeindruckende Persönlichkeit Weggefährte Nelson Mandelas sprach vor Schülern des Bodelschwingh-Gymnasiums Beeindruckt zeigten sich die Schülerinnen und Schüler des Bodelschwingh-Gymnasiums, die sich am Donnerstag, dem 18.06.2009 gegen 10.00 Uhr in der Aula versammelt hatten, von der Gradlinigkeit, mit der Prof. Dr. Dr. h.c. Denis Goldberg gegen die Apartheid in Südafrika gekämpft hat und mit welchem großen Herzen er sich für den Prozess der Demokratisierung und Gleichberechtigung in seinem Land einsetzt. Humorvoll, auf dem Rand der Aulabühne sitzend, erzählte Denis Goldberg, Jahrgang 1933, seine Lebensgeschichte und zeigte sich dabei als aufmerksamer Beobachter des Zeitgeschehens. Als ein Weg- und Leidensgefährte Nelson Mandelas hat er an der Ausarbeitung der Südafrikanischen Freiheitscharta mitgewirkt. Nach dem Verbot der Anti-Apartheid-Bewegung im Jahr 1960 beteiligte er sich an der Vorbereitung des bewaffneten Befreiungskampfes des ANC. Unter Leitung von Nelson Mandela, des ersten Oberkommandierenden von Umkhonto we Sizwe wurde er der Techniker der neuen Befreiungsarmee. Am 11.07.1963 hatte das Apartheitregime ihn zusammen mit anderen Mitgliedern des Oberkommandos von Umkhonto we Sizwe in der Johannesburger Vorstadt Rivonia auf der Farm „Liliesleaf“ verhaftet. Gemeinsam mit Nelson Mandela wurde Denis Goldberg 1964 im sogenannten Rivonia-Prozess als „Angeklagter Nummer 3“ zu viermal lebenslänglich verurteilt. 22 Jahre war er in Haft. Nach seiner Freilassung im Jahr 1985 lebte er 17 Jahre im Londoner Exil. Seit 2002 ist er wieder in Südafrika und engagiert sich konsequent für die absolute Gleichberechtigung aller Menschen, jenseits von Hautfarbe, Religion und Geschlecht. Nach dem Tod seiner ersten Frau Esmé, war er in zweiter Ehe mit der deutschen Journalistin Edelgard Nkobi verheiratet, die 2006 verstorben ist. Seine Tochter ist ebenfalls 2004 in London gestorben. Sein Sohn lebt heute noch dort. Trotz der 22 Jahre Gefängnis und der Schicksalsschläge, die er zu verarbeiten hatte, hat er sich ein positives Menschenbild erhalten; auch das spürten die Schülerinnen und Schüler. Er bereue keinen Tag seines Lebens, betonte er. Auch den persönlichen Fragen von Schülern des Bodelschwingh-Gymnasiums wich er nicht aus. Ja, er habe Angst gehabt, erklärte er mehrfach in der Antwort auf eine entsprechende Frage. Mit der Botschaft, vor allem an die jungen Zuhörer gerichtet, dass es sich lohne, für die eigene Überzeugung zu kämpfen und dafür auch bereit zu sein, Nachteile in Kauf zu nehmen, verabschiedete er sich von seinem Auditorium.
|
| < zurück | weiter > |
|---|









