|
In der ersten Schulwoche hatte Erik Schmitz-Elvenich Sonderurlaub von der Schulleitung des Bodelschwingh-Gymnasiums Herchen gewährt bekommen, um als Trainer der Herrennationalmannschaft im Kanupolo zur Weltmeisterschaft nach Mailand zu fahren.
Bei einem Vorbereitungsturnier in Lerici auf dem Mittelmeer belegte die Mannschaft von Trainer Schmitz-Elvenich zunächst Platz drei hinter Neuseeland und Agen (Franz. Klubteam) und begab sich daraufhin in ein Trainingslager, um bei der alle zwei Jahre stattfindenden WM erfolgreicher abzuschneiden. Am Mittwoch, dem 1. September 2010 begannen die Wettkämpfe, an denen über 20 Nationen von allen Kontinenten teilnahmen. In der Vorrunde konnten dann Gruppensiege gegen Südafrika, Schweden, Russland, Irland eingefahren werden, eine knappe Niederlage erlitt die Mannschaft gegen Frankreich. In der schweren Zwischenrunde gelangen Siege gegen Belgien, England, Spanien, jeweils ein Unentschieden gegen Holland und die Schweiz. Dadurch wurde die deutsche Kanupolomannschaft Gruppenerster und schickte die Mitfavoriten Holland, Großbritannien und Spanien nach Hause. Im Halbfinale traf man auf den Hausherren Italien, gegen den erst in der dritten Verlängerung im „golden Goal“ ein Sieg mit 2:1 gelang. Im Finale ging es erneut gegen Frankreich (Sieger im Halbfinale gegen die Schweiz). Nach „zwei blöden Fehlern“, so Erik Schmitz-Elvenich, geriet die deutsche Mannschaft schell 2:0 in Rückstand, kämpfte sich dann aber heran und war „paddlerisch auf Augenhöhe“, erzielte sogar den Anschlusstreffer und hatte Ballbesitz zwei Minuten vor Schluss. Nach einer erneuten taktischen Undiszipliniertheit gelang der französischen Mannschaft die Führung zum 3:1 und damit die Vorentscheidung. Am Ende hieß es dann nach spannendem Finale 4:2 für Frankreich und Deutschland wurdeVizeweltmeister. „Im gesamten Turnier hatten wir eine starke Abwehr, allerdings fehlte im Abschluss die Präzision“, bilanzierte Erik Schmitz-Elvenich den Turnierverlauf. Die Enttäuschung über den verpassten Titel wich als José Perurena Lopez, Präsident des internationalen Kanuverbandes, die Medaillien an Spieler und Trainer überreichte. Wieder in heimische Gefilde zurückgekehrt, widmet sich Erik Schmitz-Elvenich dem Scouting in seiner Kanu AG am Bodelschwingh-Gymnasium, die bis zu den Herbstferien noch mittwochs bei gutem Wetter stattfindet. Danach geht’s in die Winterpause und nach den Osterferien startet die AG wieder durch. Bis zu 20 Teilnehmer sind willkommen. Momentan sind Kanuten von den Klassen 5 bis13 dabei. „Gutes Schwimmen ist Voraussetzung, sonst braucht man keine Vorkenntnisse“, betont er. In den Jahrgangstufen 12 und 13 leitet Erik Schmitz-Elvenich zudem je einen Sport-Grundkurs mit dem Profil „Kanu, Schwimmen, Fitness“.
|